Wer dauerhaft unter Druck steht, spannt unbewusst auch die Kiefermuskulatur an – Pressen, Knirschen und Schmerzen können die Folge sein. Eine Schiene schützt Zähne und Gelenke, den Auslöser Stress können aber nur Sie selbst beeinflussen. Dabei hilft unser Programm in drei Schritten: Sie messen Ihre Herzratenvariabilität (HRV) selbst zu Hause, trainieren gezielt Entspannung und sehen am Verlauf Ihrer Werte, ob es wirkt.
Ein gesundes Herz schlägt nie ganz gleichmäßig – die Abstände zwischen zwei Herzschlägen schwanken ständig um wenige Millisekunden. Diese Schwankung heißt Herzratenvariabilität. Sie zeigt, wie flexibel Ihr Nervensystem zwischen Anspannung (Sympathikus) und Erholung (Parasympathikus) wechseln kann. Eine hohe HRV steht für gute Erholungsfähigkeit, eine dauerhaft niedrige HRV ist ein Hinweis auf anhaltenden Stress. Regelmäßige Entspannung lässt die Werte wieder steigen.
Stress wird messbar
Statt nur zu schätzen, wie angespannt Sie sind, liefert die HRV einen objektiven Wert – jeden Morgen in wenigen Minuten.
Erfolg wird sichtbar
Steigt Ihr Wert über die Wochen, wirkt Ihr Training. Das motiviert und zeigt, welche Methode zu Ihnen passt.
An der Ursache ansetzen
Die Schiene schützt Zähne und Gelenke, das Training verringert den Auslöser Stress – beides zusammen entlastet das Kausystem nachhaltiger.
Alles, was Sie brauchen: einen Brustgurt mit EKG-Funktion (z. B. Polar H10) und eine kostenlose App wie Kubios HRV oder Elite HRV.
App installieren
Im App Store oder bei Google Play herunterladen und registrieren.
Gurt koppeln
Gurt leicht anfeuchten, anlegen und per Bluetooth mit der App verbinden.
Täglich messen
Morgens die Kurzmessung starten und den RMSSD-Wert festhalten.
Gleich nach dem Aufwachen messen – vor Kaffee, Handy und Sport
Immer im Liegen und möglichst zur selben Uhrzeit
Ruhig atmen, nicht sprechen, nicht bewegen
Erst messen, danach die Atemübung
Bei einer App und dem RMSSD-Wert bleiben
Die erste Woche liefert Ihren persönlichen Ausgangswert
Atemtraining
Langsam atmen: rund vier Sekunden ein, sechs Sekunden aus. 10 Minuten, ein- bis zweimal am Tag – z. B. mit der App Breath Ball und Brustgurt.
Progressive Muskelentspannung
Muskelgruppen nacheinander anspannen und wieder lösen – Kiefer und Gesicht eingeschlossen. Etwa 15 bis 20 Minuten täglich.
Autogenes Training
Mit festen Formeln zur Ruhe finden, etwa „Mein Arm ist ganz schwer“. 10 bis 15 Minuten, ein- bis zweimal täglich.
Gut zu wissen: Viele Krankenkassen fördern zertifizierte Entspannungskurse – fragen Sie bei Ihrer Kasse nach.
Nach zwei bis drei Wochen zeigt sich Ihr Trend: Liegen Ihre Morgenwerte über dem Ausgangswert der ersten Woche, erholt sich Ihr Körper besser. Bringen Sie Ihren Verlauf gern zum nächsten Termin mit – dann besprechen wir ihn gemeinsam.
Ihre Werte sind persönlich – vergleichen Sie nur mit sich selbst.
Infekte, Alkohol, kurze Nächte oder intensives Training können die HRV kurzfristig senken.
Bei Herzrhythmusstörungen, Herzschrittmacher oder Herzmedikamenten (z. B. Betablockern) sind die Werte nur bedingt aussagekräftig – bitte sprechen Sie uns an.
Ihre Messdaten liegen beim App-Anbieter – wir haben darauf keinen Zugriff.
Unter Stress spannen viele Menschen unbewusst die Kaumuskulatur an – tagsüber oder nachts. Das belastet Zähne, Muskeln und Kiefergelenke und kann Beschwerden verstärken.
Für verlässliche Werte empfehlen wir einen Brustgurt mit EKG-Funktion (z. B. Polar H10) und eine kostenlose App. Manche Apps messen auch ohne Gurt, das ist aber weniger genau.
Die HRV schwankt von Tag zu Tag. Aussagekräftig ist der Trend über mehrere Wochen – deshalb lohnt sich regelmäßiges Messen und Üben.
Die, die Sie regelmäßig anwenden. Atemtraining, Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training sind gut untersucht – probieren Sie aus, was Ihnen am meisten liegt.
Nein. Ihre Werte bleiben in der App beim jeweiligen Anbieter. Bringen Sie Ihren Verlauf einfach zu den Kontrollterminen mit.